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Vorwort von Heinrich Feist

Diese Aufzeichnungen beginne ich im Winter 1976. Lange habe ich darüber nachgedacht. Ich bin bald 70 Jahre alt. Möge der allmächtige Gott helfen, daß ich dieses Werk auch zu Ende führen kann, wie ich es geplant habe. Es soll meinen Kindern, den Enkeln und ihren Nachkommen immer ein lesenswertes Buch sein.

Ich, Heinrich Feist, bin das Älteste von vier Kindern, geb. am 29.April 1906. Meine drei Schwestern: Maria, geb. 18. August 1907; Elfriede, geb. 30. Mai 1910; Anna, geb. 9. November 1913. Meine Schwestern und ich sind alle auf dem väterlichen Bauernhof in Tassau, Kreis Glatz, Niederschlesien geboren. In den dreißiger Jahren wurde an Hand von Kirchenbüchern der Pfarrei Lewin festgestellt, daß unser Hof seit 1813 in der Familie Feist war. Sicher ließ sich der Name Feist auf unserem Hofe viel weiter zurück ermitteln. Die verbriefte Größe des Hofes von 47,75 ha ist seit Generationen unverändert geblieben. So war es auch bei den meisten Besitzen des Dorfes.

Meine Großeltern habe ich nicht gekannt. Der Großvater hieß August Feist, die Großmutter Lottina, geb. Umlauf. Sie wäre im benachbarten böhmischen Borawa geboren und in Nový Hrádek getauft worden. Mit sechs Wochen kam sie nach Tassau in die Mühle. Wie es sich zutrug, daß die Großmutter in Borawa zur Welt kam, blieb mir unbekannt. Ich kann nur das niederschreiben, was mein Vater auf einen Zettel hinterließ. Der Vater von Lottina war Anton Umlauf, Müller in Tassau. Die Mutter von Lottina war Maria, geb. Kastner, Tochter des Johann Kastner, Bauer in Tassau und dessen Ehefrau Maria geb. Gebauer aus Tassau. Meine Großmutter väterlicherseits habe ich nicht gekannt. Sie war lange Jahre Witwe mit sieben Kindern. Ihr Sterbejahr war 1907. Wie alt mein Großvater wurde, ist mir nicht bekannt, auch sein Sterbejahr nicht.

Die Großmutter mütterlicherseits, Maria Scholz, war jedes Jahr ein- oder zweimal bei uns in Tassau. Ihr jüngster Sohn, Oswald, brachte sie mit der Pferdekutsche aus ihrem Wohnort Dürrkunzendorf zu uns. Diese Großmutter lebte als Witwe im Auszugshause und wurde von ihrem Sohne Oswald, der den Hof übernommen hatte, unterhalten. Diese gut Frau habe ich heute noch in lieber Erinnerung. Wenn sie in Tassau war, hat sie jeden Abend in der großen Stube auf dem Sofa mit uns Kindern gebetet. Diese Gebete kann ich heute noch alle.